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Wunder gibt es immer wieder |
1. Wunder in der Schöpfung Gottes
Es tut richtig gut, in diesen Tagen das frische Grün sprießen zu sehen. Die Tage werden wieder länger und wärmer. Bald können wir wieder abends lange draußen sitzen bleiben und die Seele baumeln lassen. Sicherlich haben Sie an einem solchen lauten Abend mal den funkelnden Sternenhimmel betrachtet und dabei ausgiebig philosophiert.
Ich mache das sehr gerne: Während einer warmen Sommernacht im Freien liegen und die unzähligen Sterne beobachten. Wie groß das Universum doch sein muss, wie gewaltig und schier endlos? Wir sehen schwaches Licht von Sternen, die es vielleicht nicht mehr gibt. Ihr Licht ist Millionen Jahre zu uns unterwegs. Ich stelle mir dann unsere Erde als eine kleine, blaue Kugel vor, die im riesigen Universum mit großer Geschwindigkeit durch das All rast. Und ich liege gerade auf dieser blauen, rasenden Kugel. – Wahnsinn!
Das erinnert mich an Sherlock Holmes und Dr. Watson. Sie sind zelten. Nach einem guten Abendessen und einer Flasche Wein gehen sie schlafen. Eine Stunden später wacht Sherlock Holmes auf und stupst seinen treuen Freund an. „Watson, schau nach oben in den Himmel und sag mir, was du siehst.“ Watson antwortet: „Ich sehe Millionen und Abermillionen von Sternen, Holmes“. „Und was folgerst du daraus?“ Watson grübelt eine Minute lang. „Also, astronomisch gesehen, sagt es mir, dass es da Millionen von Galaxien gibt and möglicherweise Milliarden von Planeten. Astrologisch gesehen, beobachte ich, dass sich Saturn im Sternkreis von Löwe befindet. Von der Zeitmessung her gesehen, ziehe ich den Schluss, dass es ungefähr viertel nach drei sein dürfte. Meteorologisch gesehen, erwarte ich für Morgen einen wunderschönen Tag. Theologisch gesehen, kann ich sehen, dass Gott allmächtig ist und dass wir ein kleiner und unbedeutender Teil des Universums sind. – Und was sagt es dir, Holmes?“ Sherlock Holmes schweigt einen Moment lang. „Watson, du Idiot!“ sagt er. „Irgendjemand hat unser Zelt gestohlen!“
Bei der Faszination des Universum kann man schon religiöse Gefühle bekommen: Gott ist allmächtig und wir sind ein kleiner und unbedeutender Teil des Universums. Bei meinen privat Philosophien frage ich mich: Woher kommt das Leben? Ich lebe, aber ist das Zufall?
Ich staune immer wieder über das sensible Gleichgewicht unsrer Erde. Vor kurzem habe ich in einer Sendung erfahren, dass die Rotation des Mondes um die Erde für uns notwendig ist. Ohne seine Umkreisung wäre die Erdachse instabil. Nord- und Südpol würden so stark schwanken, dass das Klima auf der Erde starken Extremen ausgesetzt wäre. Mal hätten wir bei uns Zustände wie auf dem Nordpol, bald darauf würden wir wie in der Sahara schwitzen. Leben, wie wir es kennen, wäre ohne den stabilisierenden Mond nicht denkbar. Ist das nicht ein Wunder?
Wäre die Erde kleiner, so wären wir bei gleicher Geschwindigkeit um die Sonne dem heißen Planenten zu nahe. Wäre unsere Erde größer, herrscht bei uns ewige Eiszeit. Wir haben genau die richtige Masse und die richtige Geschwindigkeit um die Sonne, damit menschliches Leben möglich ist. Ist das nicht ein Wunder?
Das gleiche gilt auch für Tag und Nacht. Die Rotation der Erde um die eigene Achse ist für uns Menschen ideal. Längere Nachtzeiten – z. Bsp. 4 Wochen – und damit längere Tagzeiten würde zu extremen Temperaturschwankungen mit allen Konsequenzen für das Wetter und die Vegetation nach sich ziehen. Der Rhythmus von 24 Stunden ist ideal für unser Leben. Ist das nicht ein Wunder?
Soweit es dem Menschen möglich ist, ins Weltall zu blicken, finden wir nirgends so ideale Bedingungen für das menschliche Leben wie hier. Wir sind ein absoluter Ausnahmefall. Manche würden sagen: eine glückliche Fügung von Tausend und Abertausend von Zufällen. Die Summe so vieler Zufälle sind ein Wunder – wenn es wirklich Zufälle sind. Es ist jedenfalls leichter, dahinter eine lenkende Intelligenz zu vermuten als an eine riesige Abfolge von Zufälligkeiten zu glauben.
Das größte Wunder des Universum betrifft m.E. seinen Beginn. Ging man vor Jahren noch von einem pulsierenden Universum aus – Urknall / Expansion / Implosion / Urknall – , so hat man inzwischen herausgefunden, dass es sich immer und unaufhaltsam weiter ausdehnt. Was war dann aber am Anfang? Was geschah eine Stunde vor dem Urknall? Woher kommt diese riesige Maße sämtlicher Galaxien? Es gibt wissenschaftlich dafür keine Erklärung. Materien scheint nicht ewig zu sein. Das Kausalprinzip fordert für den Urknall eine Ursache. Aber wie kann das Universum aus dem Nichts entstanden sein? Als Christ habe ich es hier wesentlich leichter. Sagt doch die Bibel schon auf den ersten Seiten, dass Gott das Weltall aus dem Nichts erschuf. Er sprach und es geschah. Seit Einstein wissen wir auch, das Materie nichts anderes ist als umgewandelte Energie. Sollte ein Gott mit großer Energie sprechen, so käme dies einem Urknall ziemlich gleich. Ist die Entstehung des Weltalls nicht ein Wunder?
2. Die beiden größten Wunder der Bibel
Die Bibel berichtet uns nicht nur von der Schöpfung Gottes aus dem Nichts, sie erzählt auch von so manchen wunderbaren Ereignissen. Der Brockhaus definiert ein Wunder als ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung Gottes, der Götter oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“.
Für mich ragen besonders zwei Wunder der Bibel heraus:
Gott selbst wird Mensch. Das ist schon ziemlich krass. Gott, der durch seine gewaltige Energie das Universum ins Leben rief, wird in Jesus von Nazareth ein Mensch. Wenn das kein Wunder ist, dann weiß ich auch nicht.
Das Zweite, was für mich besonders herausragt, ist, dass dieser menschgewordene Gott für mich stirbt und auf von den Toten aufersteht. Als Christen feiern wir diese Ereignisse an Karfreitag und Ostern.
Ich weiß, viele Zeitgenossen haben mit diesen Wundern Schwierigkeiten. Sie widersprechen aller Vernunft und jeder Erfahrung. In der 12. oder 13. Klasse hatten wir Mathe-Leistungskurs als Doppelstunde am Nachmittag. Während einer Pause – wir saßen gerade gemütlich in der Sonne – kam mein Mathe-Lehrer und setzte sich neben mich. Ganz unverhofft sagte er zu mir: „Wenn man Gott als ein Axiom annimmt, dann kann man alles andere davon ableiten.“ – So spricht der Mathematiker.
(Anmerkung: ein Axiom ist ein Grundsatz, der nicht von anderen Sätzen abgeleitet, das heißt nicht bewiesen werden kann. Die Axiome sind aber darum nicht unbegründete Annahmen, sondern gelten als unmittelbar einsichtig.)
Ich möchte das mal übersetzen: Wenn du an Gott glaubst, dann ist es auch kein Problem, dass er handelt und in diese Welt – auch in meine Welt – eingreift. Anders gesagt: Sollte es Gott unmöglich sein, Mensch zu werden? Sollte Gott nicht stärker sein als der Tod? Bei Gott ist kein Ding unmöglich, sagt die Bibel. Jesus war Gott unter uns. Weil er unser Versagen auf sich nimmt, haben wir freien Zutritt zu Gott. Er hat für uns den ewigen Tod besiegt.
3. Wir warten auf ein Wunder (unerhoffte Wende)
Verlassen wir mal die wundersame Welt des Universums und der großen Wunder der Bibel und tauchen ein in die nüchterne Welt des Alltags. Haben Sie schon einmal ein Wunder erlebt?
In einem Witz versucht jemand den Wundern durch Opferkerzen nachhelfen: Da fragt der Obermeier seinen Freund: „Warum machst du denn so ein Beerdigungsgesicht? Fühlst du dich nicht wohl?“ – „Es geht bergab mit mir!“ seufzt der traurig. – „Aber du hast mir im Frühjahr doch gesagt, du bist ein Glückspilz. Da hattest du für dein letztes Geld Opferkerzen in der Kirche aufgestellt, und am nächsten Tag kam die Nachricht, dass dein verstorbener Onkel dir 60.000 € vererbt hat!“ – Der Freund winkt nur müde ab: „Ich habe auch weiter Kerzen aufgestellt und Glück gehabt: Im Juni erbte ich 40.000 € von meiner Großmutter, – und vor zwei Wochen habe ich noch 4.000 € im Lotte gewonnen, aber diese Woche, – wie abgeschnitten!“
Vermutlich werden die meisten von uns diese Art von Wundern verneinen müssen. Ich möchte meine Frage mal geringfügig verändern: „Haben Sie schon einmal etwas Wunderbares erlebt?“ Vermutlich werden Sie hier alle mitreden können. Die Geburt des ersten Kindes, der Tochter oder des Sohnes, gehörte zu den wunderbaren Erlebnissen. Von Anfang bis Ende war ich an diesem Wunderwerk beteiligt und doch staune ich über dieses kleine Geschöpf und kann das neue Leben nicht begreifen.
Oder schauen Sie sich Ihre Hände an: Sie denken, der Zeigefinger soll sich bewegen. Es bewegt sich nichts. Erst wenn Sie es wollen, bewegt sich Ihr Finger. Die Zeitschrift GEO hat in einer der letzten Ausgaben dieses Thema zum Hauptartikel gemacht. Der freie Wille und die Umsetzung durch unseren Körper. Bei diesem Thema kommen wir früher oder später auf die Frage nach einer Seele zu sprechen. Wenn der Mensch eine Seele hat, dann ist dies ein Wunder. Aus dem Urknall lässt sich die Herkunft der Seele nicht erklären.
Manche von uns haben Wunder ganz anderer Art erlebt. Sie hatten eine schlimme Nachricht erhalten. „Da hilft nur noch Beten“ geht es einem durch den Kopf. Hoffen auf eine Wende, auf ein Wunder. Und dann haben sie das Unfassbare erlebt. Er ist wie durch ein Wunder dem Tod entgangen. Das grenzt an ein Wunder. Das Leben wurde zum zweiten Mal geschenkt. Wunder gibt es immer wieder.
Es gibt diese Wunder. das Wunder des Lebens, das Wunder der Seele, die Wunder der Bewahrung und der Errettung. Das Eingreifen Gottes geschieht nicht immer spektakulär. Viele übersehen sogar diese Wunder Gottes oder schreiben sie ihm nicht zu. Aber sie gibt es – Gott sei dank!
Ich wünschte, ich könnte mit meiner Ansprach uns allen die Augen für die Wunder Gottes in unserem Alltag öffnen. Es wäre wunderbar, wenn wir Gottes Spuren in unserem Leben entdecken würden. Dein Leben lässt Gott nicht kalt und unberührt. Er hat schon oft eingegriffen. Manche sehen das und staunen und danken dafür. Ich wünschte mir, wir alle könnten das tun: mit neuen Augen die Wunder Gottes, sein Wirken in unserem Leben sehen.
Im Wunderbaren erkennen wir die Spuren Gottes – wie bei
einer Geburt
Wunder sind Handlungen Gottes in unserem Leben
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